|
Abenteuer lesen – und das im Rathaus, war die Ursprungsidee von Frau Prof. Portisch, als sie beschloss die 2H dorthin mitzunehmen. Doch nicht nur die Buchmesse, sondern auch die Anreise bzw. Rückreise, sollten sich zu einem kleinen Abenteuer entwickeln, hatte es doch die Nacht davor durchgeschneit, und das trostlose Wien in eine weiße Märchenpracht verwandelt. Das sahen auch die SchülerInnen so, und waren auf dem Weg vom Himmelhof zur U-Bahn kaum davon abzuhalten, sich gegenseitig mit Schneebällen zu bewerfen, sich den Schnee in alle Jackenöffnungen zu stecken, und wenn selbst das nichts half, dann warfen sie sich selbst in den Schnee. Relativ nass, doch vollzählig erreichten wir das altehrwürdige Rathaus. Die Begeisterung hielt sich jedoch zu Beginn in Grenzen. Zuerst mussten wir noch den Leseratten zeigen wo sie neue, spannende, für sich interessante Bücher finden konnten, dann waren sie zufrieden gestellt und konnten sich für eine Weile in der Welt der Hexen, Magier und Drachen verlieren. Doch auch die anderen - nennen wir sie einmal vorsichtig „Lesemaulwürfe“ - konnten begeistert werden, sobald sie feststellten, dass Gratisexemplare auflagen. So konnten auch sie sich mit großem Enthusiasmus unter die Vielzahl der ausgestellten Bücher „mischen“. Es dauerte keine zwanzig Minuten dann waren alle in den beiden großen Ausstellungsräumen verstreut, auf der Suche nach neuen, unbekannten Büchern, nach Gratisexemplaren und Bleistiften – ja, auch die gab es gratis! In kurzer Zeit hatten wir alle Hände voll zu tun immer wieder die „Neuanschaffungen“ zu bewundern. Als wir uns gut 1 ½ Stunden später zum vereinbarten Treffpunkt einfanden, gab es kaum jemanden von uns, in dessen Sackerl sich nicht zumindest ein Buch befand. Zufrieden, und um ein Stück Erfahrung reicher, verließen wir die Buchmesse. Jeder von uns hat etwas mitgenommen: die einen, ein neu entdecktes und gekauftes Buch, und die anderen die Gewissheit, dass in Bücher schmökern, Bücher angreifen, durchblättern, lesen, und eventuell kaufen, gar nicht so schlimm ist, sondern manch einen (unter anderem Prof. Portisch und Prof. König) sogar süchtig machen kann. C. König |